Positiver Erfahrungsbericht Kaninchen mit EC :-)

21:12

Im Büro stecken wir gerade  in den letzten Vorbereitungen für unseren großen Umzug ins eigene, neue Firmengebäude. Privat hält mich Paula noch immer auf Trapp .. lange nicht mehr so schlimm wie zu Beginn, aber wer Hasenbesitzer ist, kennt die Angst, die über einem schwebt, wenn man einen Hasen mit EC hat .. Paula hat solch einen Lebenswillen, unglaublich! Sie hat sich Tag für Tag ein Stück ins Leben  zurückgekämpft und kann doch tatsächlich wieder laufen und etwas springen .. das hatte ich bei meinen bisherigen EC-Überlebenden  noch kein einziges Mal ... meistens bleibt eine Kopfschiefhaltung oder ein  Nachziehen der Beine zurück (wenn man Glück hat und der Hase nicht eingeschläfert werden muss!) ... auf irgendwelche Sachen hochspringen ging mit Ausbruch der Krankheit bei keinem meiner EC-Patienten mehr .. umso erstaunlicher, welche Kräfte Paula mobilisiert hat.


Zugegeben, wir hatten auch drei Wochen eine Intensivpflegestation ... mit Füttern, Baden, im Wäschekorb neben dem Bett schlafen und ins Büro mitnehmen .. unzählige Male bin ich nachts Patrouille gelaufen, weil ich den nächsten Ausbruch befürchtet habe ...  ganz zu schweigen von den Klinik- und Arztrechnungen .. wie hat einer meiner Kollegen so dämlich gesagt ... „dafür bekommt man ja einen Stall neuer Hasen“. Schön, nur ich wollte keinen Stall „neuer“ Hasen, sondern Paula! Schließlich tauschst Du Deinen Mann ja auch nicht bei der erstbesten Krankheit um :-).

Ende Juni hatte Paula nachts einen EC-Anfall.  Ich bin an diesem seltsamen Scharrgeräusch aufgewacht und gleich senkrecht im Bett gesessen, weil ich wusste, da liegt einer der Hoppels auf dem Rücken und kommt nicht mehr hoch (ich hatte leider schon drei EC-Patienten im Laufe der Jahre!).

Klar, ausgerechnet in dieser Woche war mein Mann im Motorradurlaub  und ich hatte Sopherl über Nacht da. Habe in völliger Panik versucht, den tierärztlichen Notdienst zu erreichen .. was Odysee ... wir mussten schließlich mit Kind und Kegel nachts um vier dreissig Kilometer fahren .. mir war’s sterbensschlecht vor Aufregung und ich musste versuchen, mir nichts anmerken zu lassen vor der Kleinen. Wir haben einen nächtlichen „Abenteuerausflug“ daraus gemacht ... sie scheint keinen bleibenden Schaden davongetragen zu haben 😁 ...

Wir mussten Paula dann zwei Tage lang in der Klinik lassen und alles hing am seidenen Faden. Viel Hoffnung hat man mir beim Abholen nicht gemacht. Als  zudem  die Blutergebnisse Tage danach einen erschreckend hohen Titerwert zeigten, versuchte die Ärztin mich auf das Unausweichliche vorzubereiten. Wir sollten halt mal eine Weile schauen, uns dann aber ggf. zur Euthanasie entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt lag Paula seit Tagen nur auf der Seite und hat sich eingepieselt. Wir mussten sie päppeln und eimerweise Medizin in sie hineinstopfen. Schlecht, da man Stress eigentlich vermeiden soll ... 

In der Klinik hatte man Paula super gepäppelt, sie an den Tropf gelegt und alle möglichen Medikamente verabreicht (vorrangig natürlich Panacur und Vitamin B). Von Cortison und Antibiotika wurde mir abgeraten, da es hierzu keine Studien gibt. Ich habe mich in Absprache mit meiner Haustierärztin dann allerdings dazu entschieden, es mit dem vollen Programm zu versuchen. Keine Ahnung, ob das ausschlaggebend war oder nicht ... auf jeden Fall ging es zwei Tage danach etwas aufwärts. Immerhin konnte sich Paula mit den Vorderpfoten weiterschleppen. Ein Wunder, ehrlich! In dieser Zeit mussten wir natürlich vermehrt auf Hygiene achten wegen Fliegenlarvenbefall .. ausgerechnet zu dieser Zeit war es  brütend heiss ...

Wenngleich es auch hier wiederum keine belegten Studien gibt, so habe ich auch den in manchen Foren vielgepriesenen Wiesenbärenklau der Kaninchenwerkstatt verfüttert:


Kann ich nur empfehlen - war blitzschnell da, lieb verpackt und ich habe noch ein paar Goodes für die Hasen bekommen (die gerne verspeist wurden). Weder Martha noch Finn sind bis zum heutigen Tage an Wiesenbärenklau interessiert, Paula fiel von Anfang an jedoch sehr begierig darüber her ... vielleicht fressen die Kaninchen das instinktiv auch nur, wenn sie es benötigen? 

Ich kann jedem Kaninchenbesitzer nur empfehlen, nicht gleich aufzugeben ... kämpfen lohnt sich .. die ersten Tage sind oftmals entscheidend ... wir hatten übrigens die beste Erfahrung mit einem ausgepolsterten Wäschekorb gemacht ... so konnte sich Paula bei ihren Anfällen nicht verletzen .. Critical Care und später selbstgemachter Päppelbrei aus Schmelzflocken, Obst-Babygläschen und Kamillentee waren auch nicht mehr wegzudenken aus der täglichen Rundumpflege ... bis zum heutigen Tag kommt Paula angeflogen, um sich ihre Leckerli-Spritzen abzuholen ... 

Hoffen wir alle,  die Genesung hält weiterhin so an ...

Herzlichst,
Nana


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